Mitarbeiterbefragung zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz
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Externer und interner Vergleich

Die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen ergibt sich nicht aus bloßen Messwerten, sondern aus der Frage, ob diese Werte berufstypisch bzw. branchenüblich sind und mögliche Maßnahmen wirksam, machbar und für die Beteiligten akzeptabel sind. Jeder Betrieb kann durch den Vergleich seiner Ergebnisse mit den Referenzwerten aus unserer Datenbank ablesen, ob seine Ergebnisse auffallend hoch oder niedrig sind und daraus Handlungsbedarf anleiten.

Die Beispieldiagramm zu den Quantitativen Anforderungen in einem fiktiven Betrieb zeigt, dass a) diese Art der Anforderung sowohl im Vergleich mit Beschäftigten derselben Berufsgruppe als auch mit den Beschäftigten in Deutschland insgesamt niedrig ausfallen (grüner Pfeil). Dagegen sind b) die Emotionalen Anforderungen berufstypisch erhöht sind - gemessen am Querschnitt aller Berufe. Das Verbergen von Emotionen c) weicht nicht auffallend von den anderen Vergleichsgruppen ab. Und d) scheint dem fiktiven Betrieb die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben (Work-Privacy) weniger gut zu gelingen als anderswo (roter Pfeil). Anders der Wert für die Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit: dieser ist e) zwar im Vergleich zu allen Berufen in Deutschland etwas erhöht, schneidt aber im berufsspezifischen Vergleich günstiger ab. Handlungsbedarf besteht also primär bei der Vereinbarkeitsfrage Arbeit und Privatleben, dann bei den Emotionalen Anforderungen und mit einer gewissen Einschränkung bei der Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit.

Interner Vergleich: Unterschiede zwischen Gruppen

Wenn für die Befragung verschiedene Gruppen von Beschäftigten (Abteilungen, Referate, Tätigkeitsgruppen usw.) definiert wurden, kann der interne Vergleich Abweichungen vom Gesamtergebnis aufdecken. 

Das Beispieldiagramm für einen fiktiven Betrieb offenbart erhebliche Unterschiede zwischen den Bereichen hinsichtlich Feedback / Rückmeldung. Vor allem Beschäftigte der Bereiche 2 und 7 erhalten deutlich häufiger Rückmeldung zur Qualität ihrer Arbeit als z.B. ihre Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen 5 und 6 (rote Pfeile). Deshalb sollten primär in den Bereichen 5 und 6 die Gründe für den geringen Spielräume erfragt und ggf. Anstrengungen zur Verbesserung unternommen werden.